Projektbeschreibung

ADO - Akteursnetzwerk für demographische Perspektiven in der Oberlausitz

Projektvorhaben

Das Projekt „ADO – Akteursnetzwerk für demographische Perspektiven in der Oberlausitz“ ist ein von der sächsischen Staatskanzlei nach der Förderrichtlinie Demographie bewilligtes Projekt des Instituts für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS) der Hochschule Zittau/Görlitz (FH). Wissenschaftlicher Projektleiter ist Prof. Dr. Eckehard Binas, wissenschaftliche Projektmitarbeiter sind PD Dr. Maik Hosang sowie Dipl-Kfr. Susanne Schwarzbach M.A.. Das Projekt wurde für den Zeitraum Juli 2008 bis Juni 2009 bewilligt, eine weitere Förderung über zwei Jahre wird angestrebt, da nur so die Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung des Vorhabens gesichert werden kann.

Das Projekt „ADO – Akteursnetzwerk für demographische Perspektiven der Oberlausitz“ will relevante regionale Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur miteinander vernetzen und gemeinsame komplexe Handlungsstrategien im Umgang mit den demographischen Problemen der Region entwickeln. Im Blickpunkt stehen dabei nicht nur gezielte Maßnahmen gegen die Abwanderung junger Menschen aus der Region bzw. gegen den Rückgang der Geburtenrate, sondern eng damit verknüpft ist die Frage, inwiefern die endogenen regionalen Potentiale besser genutzt und dadurch die Attraktivität der Region insbesondere für junge Menschen gesteigert werden kann. Das Projekt soll den Blickhorizont weiten und sucht deshalb auch in anderen Ländern nach erfolgreichen Lösungen im Umgang mit den Bevölkerungsverlusten, die sich dann im besten Fall auf die eigene Region übertragen lassen.

Projektvorlauf + Kooperationsbeziehungen

Aus der Arbeit der Forschungsgruppe des Runden Tisches mit dem Themenschwerpunkt „Chancen und Probleme im Transformationsprozess sog. struktur-schwacher Regionen“ heraus, entwickelte sich das konkrete Projekt ADO. Der „Runde Tisch“ versteht sich als ein offenes Diskussions- und Gesprächsforum für den Erfahrungs- und Gedankenaustausch zum Thema der Transformation in sog. struktur-schwachen Regionen. Er hat sich als eine regelmäßige und stabile Arbeitsform an der Hochschule Zittau/Görlitz etabliert. Ein wesentliches Ziel des Runden Tisches ist die inhaltliche sowie formale Weiterentwicklung eines zwischen Wissenschaft und Praxis vernetzten Forschungsvorhabens.

Eingebunden in den Kontext dieses Forschungsvorhabens stellt das Projekt ADO einen eigenständigen und wesentlichen Schwerpunkt im Forschungsfeld dar. Die bereits vorhandenen Kontakte, Beziehungen und Erfahrungen der bisherigen Forschungsarbeit fließen jedoch in erheblichem Maße in das Projekt mit ein. Der wissenschaftliche Austausch über das Projekt und die Region Oberlausitz hinaus hilft, neue Sicht- und Denkweisen kennenzulernen. Diese sind wichtiger Bestandteil der Projektarbeit. Zu nennen ist bspw. die Forschungskooperation mit der Staatlichen Nekrasow-Universität Kostroma in Russland (Schwerpunkt der vergleichenden Transformationsforschung). Anfang September reisten Projektleiter Prof. Dr. Binas sowie Projektmitarbeiterin Susanne Schwarzbach für die Weiterentwicklung und Konkretisierung der Kooperation nach Kostroma, im November erwarten wir die russischen Wissenschaftler als Gäste zu unserem nächsten Runden Tisch.

Eingeladen und für eigene Redebeiträge angefragt, wurde der Projektleiter Herr Prof. Dr. Binas des Weiteren sowohl zum Unternehmerforum am 29.09.2008 in Bad Muskau (organisiert in Kooperation mit dem BVMW durch das ebenso über die Förderrichtlinie Demographie unterstützte Projekt „Zukunft nutzt Erfahrung – Aufbau eines Seniorenwirtschaftsnetzwerkes“) als auch zur Euregia nach Leipzig, der Fachmesse für Standort- und Regionalentwicklung in Europa vom 27. bis 29. Oktober 2008. Hier wird Herr Prof. Dr. Binas im Rahmen eines offenen Forums zum Themenschwerpunkt Cluster und Regionalmanagement referieren. Im Blickpunkt des Forums steht dabei die Diskussion der Ergebnisse und Erfahrungen in den Bereichen Regionalentwicklung und Regionalmanagement der beiden Bundesländer Sachsen und Bayern.

Bisherige konkrete Arbeitsschritte

In der bisherigen Projektlaufzeit von drei Monaten wurden folgende verschiedene Arbeitsschritte gegangen:

• intensive Auseinandersetzung mit bisher veröffentlichten Studien und Konzepten zum Thema des demographischen Wandels innerhalb Deutschlands, insbesondere Sachsens bzw. der Region Oberlausitz (Studien des Freistaates Sachsen, des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, der Bertelsmannstiftung, des ifo - Instituts für Wirtschaftsforschung u.a.), Aufbau einer eigenen Projektbibliothek
• Einarbeitung in die Netzwerktheorie als Voraussetzung für die Knüpfung eines regionalen Akteursnetzwerkes (Welche Bedeutung haben Akteursnetzwerke in Zeiten der gesellschaftlichen Transformation für die Entwicklung einer Region? Inwieweit können diese Netzwerke die regionale Entwicklung beeinflussen bzw. positiv auf sie einwirken? Was macht ein Netzwerk überhaupt erst zu einem Netzwerk?)
• Identifizierung der wesentlichen regionalen Akteure – wer soll und kann in das Netzwerk eingebunden werden, Erstellung einer Kontaktdatenbank möglicher relevanter Beteiligter des Netzwerkes
• erstes Herantreten an die möglichen Netzwerker in Form eines konkreten Anschreibens (Information über das Projekt, Einladung zur Mitwirkung, Ankündigung der ersten Zukunftswerkstatt im November, Fragebogenversand zur Feststellung des Interesses möglicher Akteure an der Gründung eines Netzwerkes sowie mit der Bitte um Einschätzung der regionalen demographischen Situation)
• Planung der Zukunftswerkstatt im November
• Aufbau von konkreten Kooperationsbeziehungen, insbesondere mit dem Statistischen Landesamt in Kamenz sowie mit dem über die Förderrichtlinie Demographie geförderten Projekt „Zukunft nutzt Erfahrung – Aufbau eines Seniorenwirtschaftsnetzwerkes in der Region“ in Bad Muskau

Geplante nächste Arbeitsschritte

• Auswertung der Fragebögen sowie Herausarbeitung der Kernaussagen in kurzer Berichtsform
• Persönliche Kontaktaufnahme zu möglichen relevanten Akteuren der Region (zu Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur), gezielte Motivation dieser Akteure
• Durchführung von Experteninterviews und deren Auswertung
• Planung, Organisation und Durchführung eines ersten Netzwerktreffens in Form einer Zukunftswerkstatt, welche in ihren drei Phasen der Gegenwartskritik, der Visionsfindung und der Realisierungssuche helfen soll, innovative Lösungsansätze zu finden
• Vorbereitung und Durchführung einer repräsentativen Befragung dazu, welche Lebens- und/oder Arbeitsbedingungen die Region attraktiv machen
• Identifizierung von regionalen Attraktoren, die junge oder auch ältere Menschen zum Zu- oder auch Rückzug in die Region bewegen
• Planung, Organisation und Durchführung einer Tagung im Mai 2009 sowie Veröffentlichung der Ergebnisse des ersten Förderabschnitts im Juni 2009